Lightroom Mobile – mein Workflow


Heute möchte ich einmal zu einem neuen Thema schreiben – meinem Workflow, also wie ich meine Bilder erstelle und bearbeite.

Der Grund für diesen Post liegt in einem Blogeintrag den ich letztens gelesen habe: Development officially ends auf der Photosmith website.
Photosmith ist – bzw. war eine super App. Mit ihr konnte ich unterwegs Bilder von meiner Kamera auf mein iPad laden, die Bilder dort bearbeiten, benennen, bewerten etc. und diese Änderungen später auf die Bilder, welche ich auf meinem Mac zu Hause importiert hatte synchronisieren. Eine absolut tolle Sache wenn man unterwegs ist und zum Beispiel mit einem Model die Bilder durchgehen möchte und schon einmal die ersten Bilder auswählen möchte. Auf dem iPad landen dabei nur die JPG Dateien, die großen RAWs wurden nur in das heimische Lightroom importiert.

Dieser wundervolle Workflow klappte meist sehr zuverlässig – bis vor ca. einem Jahr. Apples iOS 8 brachte die App regelmäßig zum Absturz, von den Entwicklern war kein Lebenszeichen mehr zu bekommen. Nach mehrmaliger Nachfrage via Mail wurde mir mitgeteilt, dass die App neu programmiert werden müsse und das länger dauern würde als geplant. Das Ergebnis findet ihr in oben genannten Blogbeitrag. R.I.P. Photosmith

Mittlerweile hatte sich jedoch auch bei mir einiges getan: Ich habe aufgerüstet und nutze Lightroom und Photoshop im Creative Cloud Abo für Fotografen, was mir die Möglichkeit gibt auch Lightroom Mobile zu nutzen. Lightroom Mobile sieht aber einen solchen Workflow wie ich ihn mir vorstellte nicht vor. Ein Import direkt von der Wifi SD Karte meiner Kamera war nicht möglich, von den anderen Dingen ganz zu schweigen.
Nach einer langen Recherche musste ich feststellen, dass sich offensichtlich kaum jemand / niemand an diesem Umstand stört – evtl. bin ich ja der einzige der eine solche Funktion vermisst!?
Wenn das Internet nichts her gibt muss man eben selbst den Kopf anstrengen und eine Lösung finden und meine sieht wie folgt aus:

 

Der erste Schritt:

Die Kamera wird so konfiguriert, dass RAW und JPG Dateien gespeichert werden. In meinem Fall so, dass auf eine Wifi SD Karte die JPGs (2 oder 6 MP groß), auf einer zweiten Karten die RAWs in voller Auflösung gespeichert werden. Je kleiner ich die JPGs wähle um so schneller geht später die Übertragung und Verarbeitung auf dem iPad, außerdem spart es auf dem iPad Speicherplatz.

Der zweiter Schritt:

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach Ausstattung der eigenen Kamera:

  • Entweder fotografiere ich und lasse im Hintergrund via WLAN die Bilder direkt auf das iPad übertragen. Hierfür nutze ich Shuttersnitch oder die App meiner Wifi SD Karte. WICHTIG: Ich lösche keine Bilder die bereits an das iPad übertragen wurden! Ich lösche auch auf dem iPad keine Bilder. Danach importiere ich alle Bilder von Shuttersnitch oder der jeweiligen Karten App in die Fotos – App von Apple.
  • Ich kann auf einfach fotografieren, Bilder welche mir auf dem Display nicht gefallen direkt löschen und erst nach dem Shooting alle Bilder auf ein Mal auf mein iPad ziehen. Auch hier bietet sich Shuttersnitch oder die Apps der Wifi Karten an. Sobald die Bilder übertragen sind lösche ich keine Bilder mehr – weder auf dem iPad noch in der Kamera. Auch hier werden die Bilder wieder in die Fotos – App importiert.
  • Das Ganze funktioniert natürlich auch wenn ich einen Wifi SD Kartenleser verwende. Auch dessen App kann meine Bilder von der SD Karte in die Fotos App importieren. Wichtig! Keine Dateien löschen.
  • Zu guter letzt kann ich natürlich auch ein Camera Connection Kit von Apple verwenden um die Bilder der JPG SD Karte direkt in meine iPad Fotos App zu importieren. Auch hier gilt: Alle Bilder müssen importiert werden, keine dürfen gelöscht werden!

Der dritte Schritt

Nun gehe ich in Lightroom mobile, erstelle eine neue Sammlung und importiere dort alle Bilder des Shootings. Kein Bild darf vergessen werden!

Jetzt kann ich mit den Bilder arbeiten – bewerten, taggen, zuschneiden, bearbeiten etc. Außer löschen ist alles erlaubt. Das schöne an diesem Punkt ist: Ich kann bereits jetzt die ersten Bilder per Mail  verschicken oder in diversen sozialen Netzwerken veröffentlichen.

Der vierte Schritt

Zu Hause angekommen importiere ich meine RAWs in Lightroom, kopiere sie in einen bestimmten Ordner auf meiner Festplatte (z.B. „Shooting“)und (WICHTIG) benenne die Bilder dabei nach einem Schema, z.B. „Shooting001“ um. Dabei sollte drauf geachtet werden, dass das „älteste Bild“ die Nr. 001 am Ende trägt, das jüngste Bild die höchste Nummer.

Der fünfte Schritt

Bisher habe ich sicher niemanden etwas neues erzählt. Jeder der Lightroom oder Lightroom mobile nutzt kennt diese Schritte und kann diese nachlesen. Nun kommt jedoch mein Kniff:

Ich suche mir zunächst in Lightroom meine Sammlung welche ich in Lightroom mobile angelegt habe. Die Bilder sollten aus der Cloud mittlerweile samt Bewertungen etc. dorthin synchronisiert worden sein. Ich sortiere zunächst alle Bilder nach Aufnahme Datum und wähle alle Bilder in dieser Sammlung aus. Nun kann ich die Bilder umbenennen. Dazu Nutze richten kleinen Butten neben dem Feld „Dateinamen“ unter Metadaten. Die Bilder werden nach dem gleichen Schema wie die importierten Bilder umbenannt, also in diesem Beispiel „Shooting001″etc..
Die Bilder in der Versammlung markiere ich nun und verschiebe sie in Lightroom (WICHTIG) in den Ordner der RAWS.

Nun liegen alle Bilder in diesem Ordner doppelt vor. Einmal als kleine JPG Datei mit Bewertung etc. und einmal als RAW ohne.
An dieser Stelle lief ich zunächst immer ins Leere, da ich irgendwie die Daten von den JPGs auf die RAW Dateien bekommen musste. Mit Lightroom Bordmitteln war dies nicht möglich, also holte ich mir ein Plugin namens Syncomatic Dieses kann nun sämtliche Datenbankinfos und auch viele Entwicklungseinstellungen übertragen (Bildausschnitt lässt sich leider nicht synchronisieren).
Mit Hilfe dieses Plugins Übertrage ich nun die Metadaten der JPGs in Richtung der RAW Dateien. An dieser Stelle war ich zunächst wirklich am verzweifeln, da ich doch recht lange suchen musste bis ich ein solches Plugin gefunden habe.

Nun kommt noch eine tolle Fähigkeit von Lightroom zum Einsatz: Auf der Linken Seite in der Bibliothek kann man unter dem Punkt Ordner die Ordnerstruktur erkennen. Hier wähle ich meinen Ordner in dem die „doppelten“ Bilder liegen aus und klicke mit der rechten Maustaste. Die Funktion „Ordner synchronisieren“ ist die Funktion welche wir benötigen. Lightroom gleicht daraufhin den Ordner ab und stellt fest, dass je eine JPG und eine RAW Datei mit dem gleichen Namen vorhanden ist und möchte die „überschüssigen“ Fotos „entfernen“ (Keine Angst, es wird nichts gelöscht). Dies bestätige ich. Habe ich vorher in den Einstellungen nichts verändert, werden RAWs und JPGs nicht als einzelne Bilder verwaltet, sodass nun die JPGs ausgeblendet und deren Einstellungen mit den RAW Daten abgeglichen werden.

Wer seine JPGs an dieser Stelle komplett löschen möchte kann dies ebenfalls tun! Die RAWs sind getagt, und in den entsprechenden Sammlungen hinterlegt. Sollte man keinen Wert auf die JPGs legen kann man sich den ganzen Teil mit dem „nicht Löschen“ und „Umbenennen“ auch sparen, denn Syncomatic kann Bilder auch an Hand des gleichen Aufnahmezeitpunkts einander zuordnen.

Der sechste Schritt

Ich kann gemütlich weiter arbeiten – Änderungen an den RAWs werden direkt an Lightroom Mobile weitergeleitet, die Bilder befinden sich auch immer noch in der zugewiesenen Sammlung etc.

Jetzt muss ich zwar ein paar Apps mehr bemühen um zu meinem Ziel zu gelangen, aber insgesamt ging das ganze leichter als gedacht und befürchtet. Somit kann mein Macbook noch öfter zu Hause bleiben und das iPad als einziges Gerät mit in den Urlaub kommen.

Hinweise:

Noch ein kleiner Hinweis: Importiert ihr die Bilder via Shuttersnitch in eure iOS Fotos App, müsst ihr die Dateinamen nicht zwingend ändern! Shuttersnitch ändert beim Importieren der Bilder in die iOS App nicht die Dateinamen.

Ich hoffe dieser kleine Einblick in meinen Workflow ist für euch nachvollziehbar und hilfreich gewesen.
Solltet ihr Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob haben könnt ihr mich anschreiben oder Kommentare hinterlassen!

 

 

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